Lessons for the Participants of
Cognitive-Cultic Work 1906–1924
GA 265a
28 July 1914, Basel
Translated by Steiner Online Library
At an Mystica Aeternis meeting in Oslo [in May 1923]
Undated report by Helga Geelmuyden
During the doctor's visit to Oslo – the last one – in May 1923, the doctor held an M.E. meeting. First, a few new members were admitted to the M.E. (Mr. Ingero and Christian [Smit]). A few days later (I think) he gathered the brothers and sisters at Oskarsgate 10. The meeting took place at Reitan.
At the meeting at Oskarsgate, he continued to tell the temple legend in a very impressive way. And he went on to talk about how the sons of Abel had found their way to the sons of Cain, in that the theologians had asked him for the new cult. This aroused increased hostility on the part of the sons of Abel and the sons of Cain in the outer world, who did not want to join forces in this way. (This referred to the Jesuits and the occult brotherhoods, at least that's how I understood it.)
And further he spoke about the fact that in the same hall where the new cult was given to the theologians, the fire was ignited that destroyed the Goetheanum.
Following the temple legend, it was further said that it would be necessary to rebuild the Goetheanum. It was said something like this: the temple of Solomon would never have existed physically. But it would have to be there on earth one day.
The doctor once told me that the sons of Abel could not be accepted into the Medical Section. This was said in relation to the fact that someone wanted to bring in a woman with atavistic clairvoyance.
The things the doctor said about the reconstruction of the Goetheanum made a strong impression on me. Later that summer I was present at the Annual General Meeting of the Goetheanum Association, where the question of the reconstruction was discussed. I then asked the doctor if he would like to say what he told us in Norway. He shook his head and said briefly: “Absolutely impossible.
Now I must confess: the new Goetheanum has never been able to satisfy me in the context of this impressive memory. In particular, it pains me to see the Christ Group completely isolated. In 1916, when I spoke to the doctor in Berlin on my way to Dornach, he said to me: Now, when you visit the building, you must imagine the Group in its place the whole time. I did so, and a living movement arose through the entire row of columns and architraves, and the moving element was the Christ-I, as it presented itself in the group. The old Goetheanum died, as it were, without having fully embodied this I — it was still outside. In the new Goetheanum there is no possibility of an organic connection.
The union of the sons of Abel and the sons of Cain has never been fully realized.
Über Eine M.E.-Versammlung In Oslo [Im Mai 1923]
Undatierter Bericht von Helga Geelmuyden
Beim Besuch des Doktors in Oslo — dem letzten - Mai 1923, hielt der Doktor eine M.E.-Versammlung. Erst war eine Aufnahme von ein paar neuen Mitgliedern der M.E. (Herrn Ingero und Christian [Smit]). Ein paar Tage nachher (so glaube ich) versammelte er die Brüder und Schwestern in Oskarsgate 10. Die Aufnahme fand statt bei Reitan.
In der Versammlung in Oskarsgate erzählte er schr eindrucksvoll weiter die Tempellegende. Und er ging dazu über, darüber zu sprechen, wie die Abelsöhne sich zu den Kainssöhnen gefunden hatten, indem die Theologen ihn um den neuen Kultus gebeten hatten. Das erregte gesteigerte Feindschaft von Seiten der Abelsöhne und der Kainssöhne in der äußeren Welt, die sich nicht in solcher Art zusammenschließen wollten. (Gemeint waren die Jesuiten und die okkulten Brüderschaften, so fasste ich es jedenfalls auf.)
Und weiter sprach er davon, dass im selben Saal, wo den Theologen gegeben wurde der neue Kultus, das Feuer entzündet wurde, das das Goetheanum zerstörte.
Im Anschluss an die Tempellegende wurde weiter gesagt, dass es notwendig wäre, das Goetheanum wieder aufzubauen. Es wurde gesagt ungefähr so: Der Tempel Salomos wäre nie physisch materiell dagewesen. Er müsste aber einmal auf der Erde da sein.
Mir hat der Doktor früher einmal gesagt, dass Abelsöhne nicht in die M.E. aufgenommen werden könnten. Dies wurde in der Beziehung gesagt, dass jemand eine Frau mit atavistischem Hellsehen hineinbringen mochte.
Die Dinge, die der Doktor sagte mit Bezug auf den Wiederaufbau des Goetheanum, machten auf mich einen starken Eindruck. Später im Sommer war ich bei der Generalversammlung des Goetheanumvereins anwesend, wo man die Frage des Wiederaufbaus behandelte. Ich frug dann den Doktor, ob er nicht das sagen wollte, was er uns in Norwegen gesagt hat. Er schüttelte den Kopf und sagte kurz: ganz unmöglich.
Nun muss ich gestehen: Das neue Goetheanum hat mich nie befriedigen können auf dem Hintergrund dieser eindrucksvollen Erinnerung. Besonders ist es mir schmerzlich, die Christusgruppe ganz und gar isoliert zu sehen. Im Jahre 1916, da ich den Doktor sprach in Berlin auf meiner Durchreise nach Dornach, sagte er mir: Nun müssen Sie, wenn Sie den Bau besuchen, die ganze Zeit die Gruppe auf ihrem Platz sich vorstellen. - Das tat ich auch und so entstand eine lebendige Bewegung durch die ganze Säulen- und Architravreihe hindurch, und das Bewegende war das Christus-Ich, so wie es sich darstellte in der Gruppe. Das alte Goetheanum starb gleichsam, ohne ganz dieses Ich verkörpert zu haben - es war noch außerhalb. Im neuen Goetheanum besteht keine Möglichkeit einer organischen Verbindung.
Die Vereinigung der Abelsöhne und Kainssöhne hat sich auch nie ganz verwirklicht.