Our Dead
GA 261
20 September 1918, Reinach
Translated by Steiner Online Library
Eulogy for Marie Hahn
My dear friends!
Our thoughts today, which are connected with the fact that five years ago today we laid the foundation stone of our building here in this place, were interrupted by the sad news that one of the oldest members of this area, our dear Mrs. Hahn, left the physical plane this morning. And I truly need not say much to stir the appropriate feelings in those of our dear friends who have known Mrs. Hahn. And those who knew her, who really knew her, truly loved her very, very much. We who knew her see before us her gentle, quiet nature, but precisely because we knew her, we knew how much strong, internalized power was in this quiet nature. And we had ample opportunity, through the long years during which Frau Hahn was connected with us at the side of our dear Mr. Hahn, to feel deeply satisfied with the intense bond with our movement through this soul, which has now left the physical plane.
In her deepest soul she had absorbed that which speaks through spiritual science. She had grasped it, one may say, in the whole breadth of her extensive emotional life. And what spoke particularly deeply through her, she had found the possibility everywhere to tie that which revealed itself to her through spiritual science to her deeply inward, spirit-given, and we may say in the truest sense of the word, pious soul nature. She was one of those souls who did not feel any contradiction between her original, elementary inclination towards spirituality, towards piety, and towards devotion to the spirit, and what, one might say, should come as a bright light to illuminate the spiritual world through spiritual science. One of the qualities of this good soul, which manifested itself particularly in her attitude towards our spiritual scientific movement in the most beautiful way, was her striking loyalty to the movement, that loyalty which emerged in the beautiful nuance that it did not merely represent an adherence to something familiar in the past, but an ever new experience. One could see in this soul how true loyalty to a cause consists in the fact that it can be revitalized every day, every hour, through the inner strength of the cause and through the heartfelt connection with the cause.
And so, when looking back, the soul of our dear the dear soul of our Mrs. Hahn, the beautiful picture of her truly held in the spiritual sense of her expectation of death, an expectation of death that knew how to take this event, which cuts so deeply into human life, as a transformation of life, to whom it was natural to take this event as a transformation of life, to whom it was natural to enter through a gate into another form of life. And one could see in this soul how important it is for a person to have such a possibility of being in the spirit, even if severe suffering, as was the case here, had been going on for the last weeks, months, and even years. It is wonderfully symbolic of the beautiful picture that emerges of this faithful and loving soul that one may recall the fact, which is probably rare in human life: On the day when our dear Mr. Hahn and our dear Mrs. Hahn united in the bond of life, as on their wedding day in 1906, they came in the evening to the second lecture, the second public lecture that I was allowed to give in Basel on our spiritual science. The entry into our movement, my dear friends, was the wedding celebration of our two friends.
And it is a beautiful, symbolic union that the thoughts that move us today in connection with our building are carried up into the spiritual world by a loyal and loving messenger. For truly, we can be sure of this: our dear Mrs. Hahn will carry our best thoughts, which we can cherish on the occasion of this quinquennium of our laying the foundation stone, up into the spiritual world like a faithful and loving messenger.
I only have to say that the funeral service will take place next Sunday at noon. We gather at Mr. Hahn's 'house of mourning' at noon on Sunday, in Reinach, Therwilerstraße.
Gedenkworte Für Marie Hahn
Meine lieben Freunde!
In die Gedanken, die uns heute bewegen konnten und die zusammenhängen damit, daß wir heute vor fünf Jahren hier an dieser Stätte den Grundstein unseres Baues gelegt haben, tönte uns hinein die schmerzliche Kunde von dem Verlassen des physischen Planes durch eines der ältesten Mitglieder hier in dieser Gegend: unsere liebe Frau Hahn hat heute morgen den physischen Plan verlassen. Und ich brauche wahrhaftig nicht viele Worte zu machen, um bei denjenigen unserer lieben Freunde die entsprechenden Empfindungen zu erregen, die in diesem Falle bei allen von selber kommen, bei denjenigen unserer Freunde, die Frau Hahn gekannt haben. Und diejenigen, die sie gekannt haben, die sie in Wirklichkeit gekannt haben, sie haben sie auch wirklich recht, recht lieb gehabt. Vor uns steht, die wir sie gekannt haben, ihre sanfte, stille Wesenheit, doch eben, die wir sie kannten, wußten, wie viel starke, verinnerlichte Kraft in dieser stillen Wesenheit war. Und wir hatten durch eine lange Reihe von Jahren, durch welche Frau Hahn an der Seite unseres lieben Herrn Hahn mit uns verbunden war, reichlich Gelegenheit, tief befriedigt zu empfinden die intensive Verbundenheit mit unserer Bewegung durch diese Seele, die nunmehr den physischen Plan verlassen hat.
In tiefster Seele hatte sie aufgenommen dasjenige, was durch die Geisteswissenschaft spricht. Sie hatte es erfaßt, man darf sagen in der ganzen Breite ihres umfänglichen Gefühlslebens. Und was besonders tief aus ihr sprach, sie hatte überall die Möglichkeit gefunden, dasjenige, was sich aus der Geisteswissenschaft ihr oflenbarte, anzuknüpfen an ihr tiefinnerliches, geistergebenes, und wir dürfen im wahrsten Sinne des Wortes sagen frommes seelisches Wesen. Sie war eine derjenigen Seelen, welche nicht nötig hatten, irgend einen Widerspruch zu empfinden zwischen ihrer ursprünglichen, elementaren Hinneigung zum Geistigen, zum Frommsein, zur Geist-Ergebenheit und dem jenigen, was als — man möchte sagen — die Geisteswelt erhellendes Licht durch die Geisteswissenschaft kommen soll. Eine Eigenschaft dieser guten Seele, die sich insbesondere in ihrer Haltung gegenüber unserer geisteswissenschaftlichen Bewegung immer von neuem in der allerschönsten Weise oflenbarte, war die so auffällige Treue zur Bewegung, jene Treue, die in der schönen Nuance auftauchte, daß sie nicht bloß ein Festhalten an einem einmal Gewohnten in der Vergangenheit darstellte, sondern ein immer neues Erleben. Man konnte an dieser Seele sehen, wie wahre Treue zu einer Sache darinnen besteht, daß sie jeden Tag, jede Stunde sich neu beleben kann durch die innere Kraft der Sache und durch die herzlich innige Verbundenheit mit der Sache.
Und so steht vor der Seele, die zurückblickt gerade zur treuen Seele, zur lieben Seele unserer Frau Hahn, das schöne Bild ihrer wirklich so ganz im geisteswissenschaftlichen Sinne gehaltenen TodesErwartung, einer Todes-Erwartung, die zu nehmen wußte dieses ins Menschenleben so tief einschneidende Ereignis als eine Verwandlung des Lebens, der es selbstverständlich war, dieses Ereignis als eine Verwandlung des Lebens zu nehmen, der es selbstverständlich war, durch ein Tor in eine andere Lebensform einzutreten. Und schauen konnte man an dieser Seele, wie tragend den Menschen solche Möglichkeit des Drinnenstehens im Geiste ist, auch wenn schweres Leiden, wie es hier der Fall war, die letzten Wochen, die letzten Monate, ja Jahre schon durchzog. Wunderbar symbolisch für das schöne Bild, das von dieser treu-lieben Seele auftaucht, ist es wohl, daß man gedenken darf der wahrscheinlich im Menschenleben doch seltenen Tatsache: wie an dem Tage, an dem sich unser lieber Herr Hahn und unsere liebe Frau Hahn zum Lebensbunde vereint haben, wie an ihrem Hochzeitstage 1906 sie abends zu dem zweiten Vortrage, dem zweiten öffentlichen Vortrage, den ich in Basel über unsere Geisteswissenschaft halten durfte, gekommen sind. Der Eintritt in unsere Bewegung, meine lieben Freunde, war dieser unserer beiden Freunde Hochzeitsfeier.
Und schön, sinnbildlich schließt sich zusammen, daß die Gedanken, die uns heute bewegen im Zusammenhange mit unserern Bau, wie durch einen treuen, einen lieben Boten hinaufgetragen werden in die geistige Welt. Denn wahrhaftig, dessen dürfen wir sicher sein, wie ein treu-liebender Bote wird unsere besten Gedanken, die wir hegen können anläßlich dieses Quinquenniums unserer Grundsteinlegung, unsere liebe Frau Hahn in die geistigen Welten hinauftragen.
Ich habe nur noch zu sagen, daß die Trauerfeier, die Beerdigung, am nächsten Sonntag um zwölf Uhr sein wird. Wir versammeln uns im 'Trauerhause bei Herrn Hahn um zwölf Uhr, Sonntagmittag, in Reinach, Therwilerstraße.